wir über uns

Wir über uns

10 Jahre CSM

Zum 10-jährigen Bestehen des CSM wurde 1999/2000 eine Festbroschüre erarbeitet.
Einige der Artikel sind hier nachlesbar.


Vorwort

„Pädagogik in Bewegung“

 

Zehn Jahre CSM – Anlass, zurückzuschauen auf unsere Wünsche und Hoffnungen von 1990 und diese zu vergleichen mit der Realität im Jahr 2000.

Ist es uns gelungen einen Bogen zu spannen zwischen Anspruch und Wirklichkeit,

uns flexibel den Bedürfnissen der Zeit anzupassen, zu agieren und nicht nur zu reagieren?

Schule ist im Umbruch, wie unsere gesamte Gesellschaft im Umbruch ist.

Ich bin überzeugt, dass sich das CSM für einen Weg entschieden hat, der die Herausforderungen einer sich verändernden pädagogischen Zukunft annimmt.

Zehn Jahre im Spannungsfeld der täglichen, oft Kräfte verschlingenden Arbeit einerseits und der Weiterentwicklung unserer Pädagogik andererseits.

Dies konnte nur mit einem engagierten Team gelingen

Dank zuallererst den Eltern, den Lehrerinnen und Lehrern, die um unsere Konzeption gerungen haben, der Stadt Chemnitz, die mit einem Ratsbeschluß unsere Arbeit erst ermöglichte, dem Schulförderverein, durch dessen unbürokratische finanzielle Hilfe ein flexibles Arbeiten im Unterricht und im Freizeitbereich möglich ist,

den an der Schule arbeitenden Angestellten der Stadt Chemnitz,

sowie unseren Freunden und Förderern und all denen, die uns in schwierigen Zeiten den Rücken stärkten.

Für die Zukunft wünsche ich uns weitere spannende Jahre am CSM und eine

konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

 Jens Berger

Schulleiter


Der Schulverein

Unser Schulverein fördert das CSM, wir sind eine Interessenvertretung von Bürgern die alternative Kinder- und Jugendarbeit planen und durchführen.

Wir leisten offene und schulbezogene Arbeit und ermöglichen, im Verbund mit Eltern, Lehrern, Erziehern und Freunden des CSM, in gemeinsamer und ergänzender Arbeit die Konzeption des CSM zu wahren und zu weiterzuentwickeln. Wir arbeiten gemeinnützig und sind Träger der freien Jugendhilfe. Unsere Arbeit finanziert sich neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden aus Fördermitteln der Kommune (Jugendamt), des Landes (Kinder -u. Jugendstiftung) und zeitlich begrenzt durch Arbeitsförderungsmaßnahmen (Arbeitsamt). Zur Zeit werden AG angeboten. Nach Art und Gestalt sind diese von den Interessenlagen der Nutzer abhängig, geleitet werden sie von professionellen Fachkräften auf Honorarbasis.

Zuschüsse zu Klassenfahrten, Projekten, zusätzliche Arbeitsmaterialien zum Unterricht, befristet Freizeitangebote, Feste und Feiern der Schule, Preise für besondere Leistungen fördern bzw. kofinanzieren wir. Ein besonderes Angebot stellt unser Bastelzimmer/Kreativraum als freie und betreute Beschäftigung im Vormittagsbereich dar.

Projekte die mit unserer Hilfe realisiert wurden sind zum Beispiel: Einrichten der Cafeteria 1998, Bereitstellen von Paddelbooten für außerschulische Freizeitgestaltung, Deutsch - Litauisches Austauschprojekt, Renovierung der Schule etc.

Dies alles bewältigt der Verein seit seiner Gründung mit einer hauptamtlichen Stelle. Die fruchtbare Arbeit war und ist über die Jahre nur durch die Einsatzbereitschaft ungezählter ehrenamtlich tätiger Mitglieder möglich.


Elternerlebnisse

Sieben Geschichten erzählen aus

10 Jahren Elternarbeit am Chemnitzer Schulmodell

 

Es ist Mittwoch, die Elternvertretung trifft sich im Lehrerzimmer zu ihrer turnusmäßigen Sitzung. Jens, der als Vertreter der Lehrer teilnimmt, informiert über die aktuelle Situation der Schule. Da drei Lehrer erkrankt sind, muss Unterricht ausfallen. Auch die Projektwoche ist in Gefahr. Er fragt, ob nicht Eltern in dieser Woche mit aushelfen können. Dann berichtet er von der letzten Klausurtagung der Lehrer, bei der über die pädagogische Arbeit reflektiert und über notwendige Veränderungen gesprochen wurde. Darüber entsteht spontan eine Diskussion über die Konzeption des CSM und die reale Situation. Sibylle hat an diesem Abend die Gesprächsleitung, sie mahnt an, zur Tagesordnung zurückzukehren, denn es gibt noch einige Punkte abzuarbeiten. Schwerpunkt ist die Vorbereitung des 10jährigen Schuljubiläums. Leider haben sich nur wenige Eltern bisher für die Vorbereitung gemeldet. Ein Blick zur Uhr: Es ist schon 22.Uhr. Wie die Zeit vergeht. Also, bis zum nächsten Termin.

 

»Möchte noch jemand etwas trinken?«, fragt Maria, bevor der Gruppenelternabend, der in ihrer Wohnung stattfindet, losgeht. Jan, der Klassenlehrer der Sechser, hat diese Art Elterngespräche ins Leben gerufen, die immer vor der Ausgabe der Lernentwicklungsberichte stattfinden. Zunächst sind die Eltern dran, die Situation ihres Kindes einzuschätzen. Dann erzählt Jan, wie er, aber auch die Fachlehrer das Kind wahrnehmen, seine Leistungen, Schwächen, Stärken und Probleme. Irene meint, dass ihre Tochter derzeit schwierig ist und auch in den schulischen Leistungen stark nachlässt. Sie hat den Eindruck, dass die Probleme begannen, als die enge Freundschaft zwischen ihrer Tochter und Claudia zerbrach. Claudia ist wohl jetzt mit Susi befreundet und deswegen gibt es Spannungen und Rivalitäten. Die Elterngruppe überlegt, was man tun kann.

 

Regine, Kerstin und Roland haben sich bei Peter verabredet, um über die Elternarbeit in ihrer Klasse zu sprechen. Sie suchen nach Möglichkeiten der Begegnung von Eltern und Schülern. Man einigt sich schließlich auf vier Angebote:

Basteln eines Adventskalenders, gespickt mit originellen Denkaufgaben, ein Eltern-Kegelabend, ein Wandertag und ein Klassenfest vor den Sommerferien.

 

»Wer übernimmt die Leitung für unseren Elternabend für die neuen Eltern?«, fragt Simone in die Runde, die mit ihren Vorbereitungen dafür schon fast am Ende ist. Thomas holt inzwischen noch ein paar Kekse und bekommt als „Anerkennung“ dafür dieses Amt zugesprochen. Dann wird noch einmal das kleine Anspiel geprobt und alle sind froh, dass es wieder einmal geschafft ist ... bis zum nächsten Mal.

 

Steffi macht sich Sorgen um ihren Sohn, der Probleme hat, in der Klasse Anschluss zu finden. Sie hat auch den Eindruck, dass diese Situation von Mitschülern ausgenutzt wird. Steffi spricht mit der Klassenlehrerin darüber. Die hat davon noch nichts bemerkt und will sich erst einmal ein eigenes Bild machen, ehe sie aktiv wird.

 

„Kann man denn in so einem Ding übernachten?“, fragen zwei Schüler Klemens, der gerade in Eile ein altes Zelt aus DDR-Zeiten aufbaut. „Na, und ob!“, ruft er, „damit habe ich so manch schönen Urlaub gemacht!“ Leider hat er im Moment wenig Zeit, sich mit den Schülern zu unterhalten, da er sich wie viele am Geschichts-Projekt beteiligte Eltern um seine „Exponate“ kümmern muss. Die Schüler gehen schwatzend weiter, um sich die im ganzen Schulhaus verteilte Ausstellung zu betrachten und auch auszuprobieren. Denn wie heißt das Projekt so treffend: Geschichte zum Anfassen.

 

Hoch geht es her bei einem der letzten Elternabende der Klasse 10. Für die einwöchige Abschlusstour mit einem Segelboot im Eysselmeer werden noch zwei Begleitpersonen gesucht. Nach einer längeren Denkpause entschließen sich Annette und Ulrich mitzufahren. Neben ihrem Mut und ihrer Abenteuerlust brauchen sie vor allem eine Möglichkeit, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten, um die Jugendlichen begleiten zu können. Nun muss nur noch ein passendes Grundstück für die Abschlussfete gefunden werden. Zum Glück ist da die Auswahl nicht so groß.

 

Sieben Geschichten, nur eine Auswahl, erzählen von Elternarbeit an unserer Schule. Sie hat viele Facetten, Farben und Formen. Auf den Punkt gebracht, so meine ich, ist sie wie die Stele vor dem Schulgebäude darstellt: „Pädagogik in Bewegung.“

 

Peter Winger


Aus dem Unterricht im Grundschulbereich

Der Klassenleiterunterricht - offener Unterricht

 

Im Stundenplan unserer Grundschulklassen wird man weder Deutsch, Mathematik noch Sachkunde finden. Auch hier möchten wir von den Schubkästen weg kommen. Es findet Klassenleiterunterricht statt, in welchem der Klassenleiter den logischen Rhythmus findet, Verknüpfungen und Übergänge zu den einzelnen Blöcken herstellt. Die Auflösung des Frontalunterrichts zugunsten von Freiarbeit, Projektarbeit, Werkstätten oder Wochenplanarbeit erfordert dieses als logische Konsequenz. Die Stundentafel wird trotzdem gewahrt.

Frühbeginn einer Fremdsprache

Da mit der Zunahme internationaler Kontakte sowie dem Zusammenwachsen der europäischen Staaten Fremdsprachenkenntnisse an Bedeutung gewinnen, muss die Schule sich diesem öffnen. So beginnen wir schon in den Klassen 1 und 2 die Kinder an eine Fremdsprache (Englisch) heran zu führen. Hierbei stehen, ähnlich wie beim Erlernen der Muttersprache, das Hören, Imitieren etc. im Vordergrund: Lieder, Geschichten, Kinderreime und Bilder.


Projektwochen

Jedes Schulhalbjahr gibt es eine Projektwoche, diese ist klassenübergreifend. Termin und Oberthema werden frühzeitig im Kollegium vereinbart. Jeder Kollege bereitet sodann ein Unterthema vor. Während der Dienstberatung geschieht die Koordinierung. Von welcher bis welcher Klassenstufe ist die Projektgruppe angelegt? Wieviel Kinder/Jugendliche können in der Projektgruppe aufgenommen werden? Sind genügend verschiedenartige Angebote vorhanden? Wird Unterstützung benötigt? Welche Finanzen werden von der Gruppe beim Schulverein beantragt? Zwei Wochen vor der Projektwoche hängen die Angebot der Gruppen aus. Die Schüler schreiben Bewerbungen für ihre Projektgruppe sowie einen Ersatzwunsch. Auf der nachfolgenden Dienstberatung werden auf dieser Grundlage die Gruppen aufgestellt.

 So gab es zur Projektwoche „Leben zu Dürers Zeiten“ im Juni 1996 z.B. eine Gauklergruppe (Kl. 4-10), Tänze der Renaissance (Kl. 4-10), Rechnen wie Adam Ries (Kl. 5-10), Gestalten und Drucken von Spielkarten (Kl. 5-10), Alchemie und Bergbau (Kl. 6-10), Burgen bauen (Kl. 1-3), Waffen bauen (Kl. 1-4), Zeichnen wie Dürer (Kl. 4-8), Bearbeiten von Speckstein (Kl. 6-10), Backen... . Die Handlungsorientiertheit der Projektwochen zeigt sich deutlich.

 Am Ende jeder Projektwoche (Samstag) werden die Eltern eingeladen. Jede Gruppe stellt ihr Ergebnis vor, dies ist Ansporn. Eltern, aber auch die Schüler und Lehrer haben so die Möglichkeit, die Ergebnisse aller Gruppen zu sehen. So wird, was in der Woche zum Teil sehr auseinanderläuft, wieder zusammengeführt. Das Gemeinschaftsgefühl Schule wird bei allen Beteiligten gestärkt. Interessant sind die sozialen Kontakte in den altersheterogen zusammengesetzten Gruppen. Den Größeren nacheifern, Verantwortung Übernehmen für die Jüngeren - das geschieht hier. Auch für die Lehrer verändern sich Kontakte. Oftmals machen sie in dieser Zeit unerwartet Terrain gerade bei eher „schwierigen“ Schüler gut. Man kommt plötzlich doch ins Gespräch, was in der anderen Zeit irgendwie nicht klappen wollte. Sowohl die Schüler als auch die Kollegen möchten die Projektwochen nicht mehr missen. Projektwochen stehen außerhalb der anderen Unterrichtszeit, sie kopieren diese nicht, auch nicht den besten Projektunterricht. Es gab eine Müll-, eine Indianer-, eine Spiel-, eine Raus-aus-der-Schule-, eine Weihnachts-, eine Schule-Verschönerungs-, eine Fröhlich-Leben-Projektwoche. In diesen Projektwochen tummelten sich auch Projektgruppen mit ausgeprägt erlebnispädagogischem Charakter: »Surviveln«, Boofen, Floßbauen und -fahren, Fahrradtour, Flußwanderung, Angeln...

 In einem Schuljahr wurde altersmäßig geteilt. So wurden die Themen „Feuer-Wasser-Erde-Luft“ für die Klassen 1-6 und „Medien“ für die Klassen 7-10 angeboten. Es gab damit für die „Großen“ die Chance, dass sie intensiv in sehr anspruchsvolle Teilprojekte einsteigen konnten. In Zukunft wird es sicherlich sowohl gemeinsame als auch geteilte Projektwochen geben.


Wochen- und andere Pläne

Tages-, Wochen- und Monatspläne

Hierbei handelt es sich um eine Zusammenstellung von Aufgaben aus einem oder mehreren Stoffgebieten oder sogar aus verschiedenen Fächern, die in der festgelegten Unterrichtszeit gelöst werden sollen. Diese Pläne können für einige Tage, ein oder zwei Wochen oder sogar für einen Monat gelten. Sie bieten die Möglichkeit, dass die Aufgaben qualitativ und quantitativ differenziert und dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes angemessen sein können. Die Entscheidungsmöglichkeit des Ortes, der Zeitdauer, des Umfanges der vorgenommenen Arbeit birgt große Potenzen zur Persönlichkeitsentwicklung. Individuelles Lernen wird gefördert; diese Arbeitsweise entspricht am ehesten dem eigenen Lerntempo. Das Finden eigener Lernstrategien wird gestärkt. Die Hilfe in der Klasse sowie durch die Lehrer ist hier sehr gut möglich. Monatspläne werden vorrangig in den oberen Klassen eingesetzt. Sie haben hier eher eine unterrichtsbegleitende Funktion, indem sie Möglichkeiten anbieten, Stoff zu wiederholen, zu vertiefen oder vorzubereiten. Sie sind also nicht unbedingt an konkrete Unterrichtseinheiten gebunden und bieten sich für Freiarbeitsphasen sowie für das Lernen zu Hause an. Die Anforderung an selbst eingeteiltes und selbstverantwortetes Lernen hat hier eine höhere Stufe erreicht.


Blockunterricht

Der Unterricht wird in Blockform zu je 90 Minuten durchgeführt.

Innerhalb des Blocks erfolgen fließende Pausenzeiten, die in der pädagogischen Verantwortlichkeit des Lehrers unter Berücksichtigung des physischen und psychischen Leistungsvermögens der Schüler festgelegt werden. In den ersten Schuljahren sind solche Pausen öfter, in den oberen Jahrgängen nur noch selten. Der Unterricht unterscheidet sich hierin grundsätzlich zum 45- Minuten- Takt. Freiräume entstehen, die Konzentration auf einen Sachverhalt wird gefördert, die Intensität nimmt zu. Um 8.00 Uhr beginnt der erste Block. Von 9.30 bis10.00 Uhr ist Frühstückspause, danach findet der zweite Block statt. Zwischen 11.30 und 12.30 Uhr ist Mittagspause, anschließend folgt der dritte Block. Nach 14.00 Uhr findet für einige größere Klassen weiterer Unterricht statt.

Eine Schulklingel gibt es nicht. Das bedeutet, weg vom magischen Warten auf das Klingelzeichen, hin zum Inhalt.


Epochenunterricht

Ab Klasse 8 wird Epochenunterricht durchgeführt.

Die Schüler haben pro Woche acht Stunden in einem der Fächer Geschichte, Geografie, Physik, Biologie, ab Klasse 9 auch Chemie sowie in der 10. Klasse in Astronomie Unterricht. Damit reduziert sich der Fächerkanon für die Schüler in der Woche um drei bis fünf Fächer. Die Stundentafel wird, auf ein ganzes Schuljahr bezogen, damit nicht verändert. Der Fachlehrer legt die Epochenlänge entsprechend dem Umfang des Stoffkomplexes fest. So können maximal drei Wochen für eine Epoche genutzt werden. Zu Beginn des Schuljahres wird durch die beteiligten Fachlehrer gemeinsam die Verteilung vorgenommen. Obwohl einzelne Fächern unterrichtet werden, bietet die intensive Beschäftigung Möglichkeiten zum fachübergreifenden Bezug. Ein Beispiel dafür ist der Geschichtsstoff "Große geografische Entdeckungen". Parallel dazu wird in der Physik über die physikalischen Voraussetzungen gesprochen. Durch die Verknüpfung beider Fächer wird dem Schubfachdenken entgegengewirkt. Die Möglichkeiten des "Dranbleibens" an einem Stoffgebiet fördern Gruppenarbeit, selbständiges Aufbereiten und intensives Üben von Wissensinhalten durch die Schüler. Der Problematik, dass die einzelnen Fächer über größere Zeitabständen nicht unterrichtet werden, eine permanente Wiederholung somit nicht vorhanden ist, sind wir uns bewusst. Mit einer kurzen, intensiven Wiederholungsphase wird der Einstieg in das Epochenfach gestaltet. Hierbei ist unsere Erfahrung, dass durch die äußerst intensive Lernsituation in den Epochen Gelerntes in der Wiederholungsphase leicht wieder realisiert werden kann. Der Mittwoch bietet die Gelegenheit, zeitaufwendige Experimente, Exkursionen und Gruppenprojekte durchzuführen.


der naturwissenschaftliche Unterricht

Weil das Ganze mehr ist als die Teile

 

Dieser Unterricht wird zweiphasig durchgeführt. In den Klassen 5 bis 7 werden die Fächer Geografie, Biologie und Physik in der Form des Naturkundeunterrichts vermittelt. In der Geschichte des CSM entstand der epochale Unterricht (siehe Epoche) eher und begann ursprünglich in Klasse 7. Während der Frühjahrsklausur 1993 lernten wir an der Odenwaldschule diese für uns neue Form der Wissensvermittlung kennen. Das Interesse war geweckt und so wurde in kurzer Zeit eine Konzeption erarbeitet und schrittweise mit der Klasse 5 begonnen. Die Überlegung war folgende: Viele eigentlich zusammengehörige Aspekte einer Naturerscheinung werden in den verschiedenen Naturwissenschaften getrennt und ohne Bezug zueinander betrachtet.

Ein solches komplexes Thema stellt z.B. das Licht dar, welches als erstes in der Klasse 5 im Mittelpunkt steht. Ausgehend von der Erde, ihrer Bewegung um die Sonne, der damit verbundenen Erscheinungen wie Tag und Nacht Jahreszeiten, aber auch der Finsternisse werden schrittweise die Eigenschaften des Lichts und deren Anwendungen besprochen: Reflexion, Brechung, optische Geräte, ... - Verbunden mit vielen Experimenten schließt sich mit der Untersuchung des Auges der Kreis. Während sonst die vielen Teilaspekte des Themas auf drei Fächer verteilt innerhalb von zwei Schuljahren häppchenweise besprochen werden, wird hier in insgesamt drei Monaten durch einen Lehrer angeboten. Die unterrichtliche Organisation besteht darin, dass es einen Naturkundetag gibt, der fünf bzw. sechs Stunden umfasst. Dadurch ist es problemlos möglich auch in den Klassen 5 bis 7 Exkursionen zu organisieren. Die epochale Form in den größeren Klassen besitzt folgende Struktur:

In acht Wochenstunden (4 Blöcke zu je 90 min) haben die Schüler eines der oben aufgeführten Fächer, die anderen also nicht. Zwei Ziele werden damit verfolgt. Zum einen wird die wöchentliche Stundentafel für die Schüler entlastet, da ja weniger verschiedene Fächer zu absolvieren sind, zum anderen werden Stoffabschnitte konzentriert absolviert. Lästige Wiederholungsphasen zu Beginn einer jeden Unterrichtsstunde entfallen. Das ist besonders für die sogenannten Einstundenfächer eine spürbare Entlastung. So werden Zeiten für Projekte frei.

Die Lehrplantreue wird durch diese Formen des Unterrichtes vollständig gewährleistet ja sie kann sogar häufig ergänzende Lehrinhalte vermitteln. Diese Struktur hat sich bewährt, auch wenn es viel Vorbereitung von den Lehrern erfordert, sich diese neue Sicht anzueignen und sicher mit den Schülern die verschlungenen Pfade des Wissens zu betreten.

Das Schulmodell kurz und knapp

Das Chemnitzer Schulmodell ist eine staatliche Schule und wurde 1990 gemeinsam von Pädagogen und Eltern initiiert. Sie erfüllt alle Aufgaben der Grund- sowie der Mittelschule Sachsens und vergibt den Hauptschul- sowie den Realschulabschluss. Das Chemnitzer Schulmodell ist eine stadtoffene Ganztagsschule der Stadt Chemnitz.

Das besondere pädagogische Profil der Schule spiegelt sich u. a. darin wider, dass die Notenbewertung der Schüler erst ab Klasse 8 erfolgt. Davor gibt es ausführliche Worturteile zu Lernergebnissen sowie halbjährlich umfangreiche Lernentwicklungsberichte.