vergessene Astronomen

Vergessene Astronomen

Vergessene Astronomen oder besser gesagt in Vergessenheit geratene Astronomen gibt es sicher viele. Kopernikus, Kepler, Brahe, Herschel, die werden immer wieder zitiert, vorgestellt, ...
Hier sollen nun die nicht so bekannten Astronomen der Vergessenheit entrisssen werden, das kann aber nur gelingen, wenn Heimatforscher und andere Geschichtsinteressierte mithelfen, diese Seite zu füllen. Wer Hilfe leisten möchte, der schreibe bitte eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an Thomas Jahre.

Christian Friedrich Scheithauer

Geb: 28.12 1771 Jahnsbach b. Thum gest. 02.02.1846 Chemnitz

Christian Friedrich Scheithauer war eine jener Persönlichkeiten, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur grundlegenden Modernisierung des Schulwesens beitrugen. In der Astronomie erwarb er sich bleibende Verdienste.

Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, besuchte Scheithauer von 1786 bis 1794 die Chemnitzer Lateinschule und war als Primaner Gehilfe des Superintendenten Merkel. Im Jahr 1794 wurde er als Mädchenlehrer angestellt, zog nach Chemnitz und setzte unter Einsatz eigener finanzieller Mittel die von Merkel begonnenen Reformen und Anwendungen neuer Methoden in der Bildung fort. C. F. Scheithauer forderte nicht nur bessere Räume und Lehrmittel zur Gestaltung eines anschaulichen Unterrichts, sondern gleiche Bildung für Jungen und Mädchen. Seine erzieherischen Grundsätze, die von hoher Ethik, großer Verantwortung und Achtung gegenüber anderen geprägt waren und die er in sechs Regeln fasste, machte er durch Vorträge und in Publikationen bekannt.

Scheithauer wirkte in der Gesellschaft "Freunde in Not", im Leterarischen und Pädagogischen Verein aktiv mit. Aus religiösen Verständnis heraus war es ihm ein besonderes Bedürfnis, sich für Arme und Ältere sowie als Vormund für Waise und deren Rechte einzusetzen. In dem 1826 gebildeten Bürgerverein zur Gründung einer allgemeinen Bürgerschule gehörte er zu den ersten Mitgliedern und unterstrich deren Notwendigkeit mit einer Eingabe an die Schulinspektion. 1831 wurde er ins Kollegium der neuen Schule aufgenommen und bildete hier die Mädchen bis 1845 in den Fächern Religion, Deutsch und Naturkunde.

Als Amateuerastronom mit einem eigenen kleinen Observatorium war der Lehrer ein gefragter Gesprächspartner. Er regte viele Bürger zu eigenen Beobachtungen an und belebte nicht nur das astronomische Interesse in Chemnitz, sondern förderte auch die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften insgesamt. Scheithauer war Mitentdecker der Kometen von 1817 (mit Olbers, Bremen), 1818 III (mit Pons, Marlia und Bessel, Königsberg), Entdecker des Kometen 1824 II und stand mit bekannten Astronomen seiner Zeit, wie Bode und Lohrmann, in schriftlichem Kontakt.

Ein Text von Elvira Pfitzner anlässlich der Ausstellung Astronomie in Chemnitz im Juni 2004
(mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

Johannes von Leiwen

Joannes de Livania
Viel ist über den Johannes aus dem 14. Jahrhundert nicht zu erfahren. Lediglich Johannes Trithemius (1426-1516) erwähnt ihn als einen an der Mosel (in Leiwen) geborenen Rhetor, Poet und Astromen. Demnach war Johannes von Leiwen Stiftsherr am Stift St. Simeon in Trier. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher in lateinischer Sprache. Darunter eine Reihe astronomischer Werke.
  • Gegen die ungelehrten Astronomen
  • Zur Verteidung des astronomischen Studiums
  • Einleitung zur Astronomie für diejenigen, die diese Wissenschaft lernen wollen
  • ...
Vermutlich hatte Trithemius die Bücher in seiner umfangreichen und wertvollen Bibliothek. Ob diese aber irgendwo in einer Sammlung noch auf ihre Entdeckung warten oder für immer verschwunden sind, ist nicht geklärt.
Diese Informationen verdanke ich Herrn Hermann Erschens aus Leiwen, den ich kurz kennenlernen durfte. Mehr über Johannes von Leiwen wird in der neuen Ortschronik von Leiwen zu lesen sein. Ich bin schon gespannt.

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