GRÖSSEN der MATHEMATIK- 25 DENKER, DIE GESCHICHTE SCHRIEBEN

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Meine Buchkritik zu ,,GRÖSSEN der MATHEMATIK“ geschrieben von Ian Stewart

,,25 DENKER, DIE GESCHICHTE SCHRIEBEN“

Erst einmal etwas zu dem Buchautor Ian Stewart: Ian Stewart ist geboren im Jahr 1945 im englischen Folkstone. Er ist bekannt als einer der aktivsten und besten Vermittler der Mathematik, für sein Engagement wurde er mit vielen Preisen ausgezeichnet. Er ist Professor für Mathematik an der University of Warwick, außerdem ist er Mitglied der Royal Society, Direktor des Mathematics Awareness Center und Autor zahlreicher Mathematik-Sachbücher. Er selbst studierte an der University of Cambridge, beschäftigt sich am liebsten mit der reinen Mathematik und bekommt wie so viele von uns, jede Woche über den Wochenaufgaben Newsletter, die Wochenaufgabe zu geschickt.
Ian Stewart`s Buch ,,GRÖSSEN der MATHEMATIK“ leitet eben dieser mit einer 16-seitigen Einleitung ausführlich ein. Ich persönlich habe selten eine so gute Einleitung gelesen und das, obwohl ich wirklich viel lese. Die Einleitung hat mich optimal „abgeholt“. Durch die Einleitung erfährt man wichtiges Grundwissen, welches später auch für die einzelnen Kapitel wichtig ist und einen genialen Vorgeschmack auf das Buch selbst gibt. So wird in der Einleitung hauptsächlich auf die Entstehung der Mathematik, die Zusammenhänge der Naturwissenschaften, die für die Entwicklung der Mathematik wichtigsten Orte und auf die Beständigkeit der Mathematik eingegangen. Wobei Ian Stewart am Ende der Einleitung noch einmal betont, dass er es nicht schafft, in diesem Buch alle Mathematikgrößen zu benennen, obwohl es jede einzelne Persönlichkeit mit Sicherheit verdient hätte. Außerdem kündigt er an, dass er sich Mühe gegeben hat, zu jedem “Mathematiker“ dem Leser eine (mit seinen Worten) repräsentative Auswahl ihrer wichtigsten oder interessantesten Entdeckungen und Konzepte vorzustellen – was er meiner Meinung nach definitiv geschafft hat.
Dadurch, dass Ian Stewart zu jedem Menschen sowohl historische, als auch mathematische und auch mit der Mathematik nichts zu tun habende Fakten erzählt, schafft er es, von jedem Menschen und seinem jeweiligen Umgang mit der Mathematik ein Bild zu erschaffen. Er erzählt von deren Austausch mit anderen Mathematikern, ihren eventuell bestehenden Verbindungen zu den Naturwissenschaften (man ist überrascht, wieviel vor allem Mathe und Physik miteinander verknüpft sind), ihren mathematischen Problemen, ihren privaten Problemen, ihren Entdeckungen, die Themen, die sie erklärten und die Themen, die sie selbst zum verzweifeln brachten. Dadurch, dass auf der ersten Seite jedes Kapitels ein Bild mit Grundinformationen zu der Person steht (wie: von wann bis wann sie lebte oder wo) startet man jedes Kapitel mit einem Bild, was sich im Laufe des Kapitels vervollständigt. Je weiter man dieses Buch liest, desto mehr hat man das Gefühl, jeden einzelnen dieser Genies persönlich kennengelernt zu haben. So lernt man zum Beispiel, dass Pierre de Fermat Rätsel liebte, ein ziemlich spezieller Mensch war und eigentlich sein Geld als juristischer Berater am Parlament von Toulouse verdiente. Das David Hilbert sich immer ca. 5 bis 10 Jahre mit mit einem Themengebiet befasste, bevor er sich einem Neuen zuwand und das Archimedes ein absolutes Allround-Genie war, der am Ende sogar wegen seiner Sturheit, ein Problem lösen zu wollen, sein Leben verlor.
Das letzte Kapitel mit dem Namen ,,Mathematiker. Was macht sie besonders?“ rundet das Buch nahezu perfekt ab, indem es nochmal die Punkte aufgreift, die Ian Stewart offensichtlich am wichtigsten in diesem Buch sind und die auch genau so nach dem Vollenden des Buches ankamen. So spricht er von einem ,,Mathematischen Gen“ und davon, dass jeder dieser mathematischen Größen sehr hart für seine Leidenschaft gearbeitet hat. In seinem „Anhang“ kann man ausführlich seine Quellen nachvollziehen und unter „Weiterführende Literatur“ zählt er zu jedem Kapitel weitere passende Werke auf. Passend dazu kann man in seinem Register super nachvollziehen, welches Thema der Mathematik wann angesprochen wird und wo man was über welchen Mathematiker nachlesen kann.
Bevor ich meine persönliche Meinung zu dem Buch abschließend zusammenfasse, möchte ich euch noch ein bisschen mehr über das Kapitel erzählen, was mich am meisten fasziniert und begeistert hat. In dem 13. Kapitel des Buches wird über eine starke, mathematisch sehr begabte Frau namens Augusta Ada King-Noel, Countess of Lovelace, kurz Ada, berichtet. So erfährt man zunächst, dass Ada als Kind unter sehr viel Druck, sehr viel Anforderung und in keiner sonderlich einfachen Familienkonstellation aufwuchs. Schon in der Kindheit unterstütze ihre Mutter sie dabei, sich mit dem „Studium der Mathematik“ zu befassen - dies tat sie allerdings nicht persönlich, sondern indem sie verschiedene Lehrer engagierte. Es wird beschrieben wie Ada heranwächst, sich unter dem Einfluss von ihren Lehrern, ihrer Großmutter, ihrem Kindermädchen und unter dem Druck ihrer Mutter entwickelt, wie Ada bei Hofe vorgestellt wird und schließlich auf einer Party dem Mathematiker Charles Babbage begegnetet. Was ich besonders interessant fand, war, dass in dem Kapitel nun etwas genauer auf Babbage und vor allem auf seine Arbeit über bzw. mit der Differenzmaschine eingegangen und berichtet wird. Nach einem kurzen Abstecher in Ada`s weitere Lebensgeschichte, kommen wir endlich zu meinen Lieblingspunkten in diesem Kapitel: zu Ada`s zwei wichtigen Beiträgen zu dem, was wir heute Computer nennen. So demonstrierte Ada einige illustrative Beispiele, die zeigten, wie die Analytische Maschine von Babbage konfiguriert werden konnte und erkannte, dass die programmierbare Maschine viel mehr konnte, als Berechnungen anzustellen. Auf den letzten Seiten des Kapitels wird dann berichtet, dass Ada`s Vorliebe zu Wein im Laufe ihres Lebens außer Kontrolle geriet, sie nach ihrem Tod 2000 Pfund Schulden hinterließ und im Alter von 37 Jahren an Krebs starb. Das Kapitel über Ada endet mit einer von Babbage verfasste Zusammenfassung ihres Wirkens. Ich finde die Geschichte dieser Frau sehr faszinierend und sie brachte mich dazu, ein Interesse für die weiblichen Wissenschaftlerinnen zu entwickeln, welches mich motivierte, mich weiterhin mit eben diesen zu befassen.
Obwohl mir die Mathematik selbst nicht sonderlich leicht fällt, fiel es mir überraschend leicht dieses Buch zu lesen. Das Buch hat mir eine ganz andere Welt der Mathematik gezeigt. Ich sehe jetzt hinter jedem mehr oder weniger einfachen Mathematikthema, was wir im Unterricht durchgenommen haben oder vermutlich noch durchnehmen werden, eine Geschichte, einen Mathematiker, der sich in den meisten Fällen Stunden oder Jahre mit diesem Thema (damals noch Problem) auseinandergesetzt hat. Es gibt mir das Gefühl, dass mit jeder Aufgabe, die ich in der Mathematik löse, ich ein kleines Stück zu diesem riesigen Imperium beitragen kann, selbst wenn ich einfach die Erfahrung mache, dass sich beim Lösen einer Aufgabe die Beweise nur noch einmal bestätigen. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, sich selbst einmal mit diesem Buch zu befassen, egal ob als mathematik-begeisterter oder eben nicht-begeisterter Mensch.

stewart jos

Ian Stewart mit 74 Jahren

Technische Informationen zum Buch:
Seitenanzahl= 477 Seitenanzahl
Kapitel= 25 Kapitel + Einleitung und Abschlusstext
Verlag= Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN= 783499633942
Autor= Ian Stewart
Übersetzer ins Deutsche= Monika Niehaus und Bernd Schuh

Quellen:

09.09.2020 =

https://geboren.am/person/ian-stewart

https://www.wissenschaft-shop.de/physik-mathe-chemie/groessen-der-mathematik.html

Josefin Buttler, 10b

 

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