Adventsmarkt 2014
Am Donnerstag, den 11.12.2014 fand unser Adventsmarkt statt. Um euch einige Eindrücke davon zu verschaffen, gibt es hier einige Bilder zu sehen.
Wir über uns
Am Donnerstag, den 11.12.2014 fand unser Adventsmarkt statt. Um euch einige Eindrücke davon zu verschaffen, gibt es hier einige Bilder zu sehen.
Für unsere Projektwoche der Klassen 1 - 4 vom 10.11.- 14.11.2014 wählten wir das wichtige und schöne Thema „Wasser“. Hier sollten unsere Kinder nicht nur viel rund um das Wasser erfahren, Versuche durchführen und gestalterisch tätig sein, sondern sich auch mit Wasservorräten auf der Welt, dem pro Kopf Wasserverbrauch in Deutschland im Vergleich zu z.B. Senegal beschäftigen und somit bewusst über sich und ihren Verbrauch nachdenken. Die meisten stellten selbst fest, wie gut es uns eigentlich geht. Beim Sichten und Planen der Woche stießen wir auf die Aktion „Wir laufen für UNICEF“,die uns die Möglichkeit bot, mit den uns möglichen Mitteln, ein klein wenig zur Veränderung der Wassersituation in anderen Ländern beizutragen und gleichzeitig etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Der Spendenlauf war eine wunderbare Veranstaltung, die uns zeigte, was Kinder schaffen, wenn sie ein konkretes Ziel verfolgen. Wir haben
6768,50 €
an UNICEF überwiesen. Das ist ein phänomenales Ergebnis, welches zustande kam, weil auch Betriebe, Einrichtungen und private Personen Beträge bezahlten.
Wir möchten uns auf diesem Weg bei allen Sponsoren bedanken, dass sie die Schüler unterstützten und sie bestärkten und die großzügigen Spenden einzahlten!!!
Das Grundschulteam des CSM
Kerstin Köhn
--> Artikel Freie Presse vom 9.12.2014 <--
Patricia Einenkel
10 Jahre sind eine lange Zeit, doch sind sie gut investiert:
du verbreitest Frohsinn und Leichtigkeit, wenn man deine Flure passiert.
Tag ein, Tag aus kam ich zu dir, lernte und lebte stets motiviert.
Frei von allen Zwängen war man hier und übte und erklärte, bis es der
letzte kapiert.
Ein harmonisches Zusammensein ist hier Gang und Gebe.
Das Fragen kommt von ganz allein, wenn man es nur lebe.
Ein jeder ist hier willkommen; darf alles ausprobieren und erlebt,
wie Kinder sich beim Arbeiten sonnen, weil nicht nur das Klassenzimmer
für Schule steht.
Mit den Lehrern ist man hier per „Du“ und egal ob groß ob klein,
hier kennt man sich im Nu. Das ist der Plan, so soll es sein.
In den Pausen kann man um' s Schulhaus flanieren oder zur Cafeteria
spazieren.
Du hast die Wahl, kannst nicht verlieren. Sei gelassen, wirst dich sicher
amüsieren.
Alljährlich finden Projekte statt. Sie sind ganz besonderer Art.
keiner gleicht der andern satt. Mannigfaltig wie Obstsalat.
5 Tage dann kreist alles nur um ein Thema: Indianer, Zirkus, Fußball –
völlig egal,
das ist das Schema. Hauptsache ist, man wird verbal.
Zum Schluss wird alles vorgeführt, was in der Woche Programm war.
Eltern, Schüler, Lehrer sind fasziniert und ich bin einfach dankbar.
Unvergessliche Erinnerungen sind Teil von dieser schönen Zeit, z.B.
Klassenfahrten überall hin.
All das macht mich stolz, macht mich bereit für neue Abenteuer im Leben
mit Sinn.
Wie wirst du manchmal analysiert?
Dazu fehlt mir jegliche Gedankenregung.
Dabei ist es garnicht kompliziert:
Pädagogik in Bewegung.
Anmerkung: Patricia war bis 2010 Schülerin am CSM und in einer Musestunde fiel Ihr das obige Werk ein, welches sie dann zum poetry slam auch vortrug (zumindest hatte sie es vor) - Thomas
Mein Name ist Thomas Jahre. Seit 1992 arbeite ich am Chemnitzer Schulmodell. Ich freue mich, dass ich – hoffentlich bald - aus einer Ruine ausziehen kann.
Ich arbeite gern an der Schule, aber nicht gern in der Schule – genauer in diesem Schulgebäude. Was heißt eigentlich dieses Schulgebäude, es sind ja zwei. Nahezu täglich pendele ich zwischen den Gebäuden hin und her – wie die Schüler ja auch. Jede Klasse – also auch die ganz Kleinen müssen mindestens einmal wöchentlich mit dem Bus in die „Außenstelle“ fahren und das seit über 4 Jahren.
| Und warum? - weil die Turnhalle auf unserem Gelände seit Ewigkeiten baupolizeilich gesperrt ist. Unsere Turnhalle war ja nicht nur für den Sportunterricht da – jede Pause wurde dort gespielt – Tischtennis, Volleyball und und und. Der Hort und viele Vereine nutzten die am Nachmittag und Abend. Vorbei. |
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| Eltern und auch der Hausmeister versuchten immer wieder mit viel Farbe unserer Schule schöne Klassenzimmer zu gestalten, aber Regennässe lässt sich nicht übertünchen. Ein ganzes Kellergeschoss hat unsere Schule – toll, aber nutzbar – siehe rechts. Natürlich nicht wirklich. Es sei denn man liebt Feuchtbiotope. | ![]() |
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Also anderes Schulgebäude – wir zogen los und schauten und schauten, diskutierten – stundenlang.
Natürlich gab und und gibt es leer stehende Schulgebäude, aber warum sind die wohl nicht genutzt? Anders als auf dem Land, wo renovierte Schulen geschlossen wurden, waren die Schulen in Chemnitz – nett gesagt – in einem nicht nutzbaren Zustand.
Also neuer Anlauf – der Schulneubau – als aktives Mitglied der Baugruppe wieder Stunden, Tage, ...... dran gesetzt. Dann große Hoffnungen, Architektenwettbewerb, Ausschreibungen und dann wieder nichts.
Es geht nicht mehr auf der Charlottenstraße 52. Es muss was anderes werden. Wieder schimmert in der Nähe der Ausweg. Nähe – zeitlich und räumlich. Aber nun das Gebäude ist natürlich nicht leer. Wie auch, denn es ist saniert und modern eingerichtet. Die Grundschüler, die drin sind gehen in ihr bald fertiges Haus zurück.
Für die Berufsschüler muss zum Teil eine neue Lösung gefunden werden - ist ja klar. Einige Räume können sicher, trotz unseres Bedarfs, weiter genutzt werden. Andererseits gibt es Überkapazitäten im unmittelbaren Umland von Chemnitz, die von Berufschülern genutzt werden können, von Grundschülern aber nicht. Dass die Lehrer und Berufschüler nicht gerne gehen werden, ist verständlich. Aber wir müssen aus der Charlottenstraße 52 raus.
Weitere Fotos:
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| In der Klasse 4 wurde der Putz von der Wand entfernt, damit diese trocknen konnte und sich kein Schimmel bildet. |
Weitere Fotos von der Wand im Vorraum der Damentoilette | und des Informatik-Raums. |
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Im obersten Stockwerk war mal eine Bibliothek mit Platz zum Lesen, doch seit mehreren Jahren ist das gesamte Dachgeschoss baupolizeilich gesperrt. |
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Ergänzung von Ernesto: Ein Bild der leider nicht nutzbaren Bibliothek. |
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Das ist der Speiseraum mit ca. 55 Plätzen - hier herrscht straffer Zeittakt:
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Im Moment sind 4 Klassen in Containern untergebracht, weil der Platz im Schulhaus nicht ausreicht - alle Zimmer sind belegt mit zusätzlicher Auslagerung von Unterricht in die Philippstraße. Im nächsten Jahr kommt wieder eine weitere Klasse hinzu - doch wohin? Auf dem Schulhof rund um die Container muss Ruhe herrschen, damit in den Containern nachmittags noch gelernt werden kann - also am besten Abstand halten. |
Vielen Dank an Franziska Kurz und Grit Schumacher für die Gestaltung
!
Hier noch einige Seiten aus unserer Festschrift.
Einfach auf die Bilderklicken und dann lässt es sich besser lesen und anschauen:
Die Festschrift kann man über den Schulverein beziehen:
Nähere Informationen: das Schul-Lesebuch kann jedermann bei Karen bzw. Martina für 5 € erwerben. Auf Wunsch verschicken wir das Buch auch, allerdings kostet es dann zusätzlich 6 € Versand (incl. Nachnahmegebühr). Bestellungen gerne per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Damit ich keinen vergesse, sage ich : Liebe Geburtstagskinder !
10 Jahre, das heißt Vor-Pupertät, die wilden Jahre kommen erst noch. - Die dramatischste Veränderung passiert in der Pupertät.
Ich will mit einem Kompliment beginnen.
In der Bundesrepublik gibt es etwa 40.000 allgemein-bildende Schulen und etwa 20.000 berufsbildende, also sagen wir, etwa 60.000 Schulen. Und wenn man sich anschaut, wo es wirklich substantielle Innovationen gibt, dann kann man die an ein paar Händen abzählen.
Amerikanische Schulforscher die sich mit der Frage beschäftigen, wie schnell sich Schulen verändern, kommen zu dem Ergebnis: "Schools change slower than Churches."
Und wenn man sich klar macht, daß die Kirchen ja eine gewisse Nähe zu Ewigkeitslehren haben, dann weiß man, was damit gesagt ist.
Innovationen überhaupt und insbesondere im Schul- und Bildungswesen sind das Werk aktiver Minderheiten.
Eine solche aktive Minderheit seid Ihr alle, die Ihr das CSM auf den Weg gebracht habt, gewesen. Und ich wünsche mir, daß trotz der Pupertät, die vor Euch steht, sie ähnlich vergnüglich farbig und bunt und sonnig wie der heutige Tag wird.
Als ich mir überlegt habe, was ich heute sagen sollte, da habe ich natürlich gedacht: „Was 10 Jahre zurück liegt, das wißt Ihr alle besser als ich, schaue ich einmal 10 Jahre nach vorn.“
Die Menschen, die sich im internationalen Bereich mit Veränderung von Schulen beschäftigen, die reden weniger über das Jahr 2010, sondern die reden überwiegend über das Jahr 2020. Und deswegen mache ich jetzt gleich einmal einen größeren Satz – nach dem Jahr 2020.
Und warum redet man über das Jahr 2020? - Da gibt es drei Gründe dafür:
Den ersten kann man ‚freundlich‘ nennen. Das ist der Zeitraum, wo die Mehrzahl der Pädagogen, die gegenwärtig im Schuldienst sind, noch alle ihre Reformlust austoben.
Es gibt aber auch eine pessimistisch Variante. Man wählt das Jahr 2020, weil dann die bestimmenden Kräfte des gegenwärtigen Schulsystems nicht mehr in der Schule sind. Und das hält man Land auf, Land ab für eine notwendige Bedingung, damit wirklich noch einmal wichtige Reformen stattfinden!
Der dritte Grund, weshalb man das Jahr 2020 wählt, ist, daß das die Zeit ist, wo die Personen, die Generation die gesellschaftliche Verantwortung in der Breite übernehmen werden, die mit den modernen Medien wie als ‚Bruder und Schwester‘, wie ‚mit der Muttermilch aufgezogen‘ aufgewachsen sind.
Und die Annahme ist, daß diese dritte - oder je nachdem, wie man es nimmt - die vierte technologische Revolution so nachhaltige Wirkungen hinterlassen wird, daß im Blick auf diese neue - ich sage nicht gute, aber neue Welt - vieles sehr gründlich und neu bedacht werden muß, weshalb es wahrscheinlich nicht ausreicht zu sagen: Das, was wir die letzten 10 Jahre gemacht haben, setzen wir es doch einfach die nächsten 10 Jahre so fort! Das wäre das Ende dieser Schulen.
Vor ein paar Jahren haben sich Menschen aus der ganzen Welt, die sich mit den Perspektiven der Schulen im 21. Jahrhundert beschäftigen, in Silicon valley auf Einladung von Macintosh getroffen - also an dem Ort, wo sich die Hochtechnologie der USA trifft - unter der Fragestellung: „ Wie wird die Schule im Jahre 2020 aussehen?"
Das Ergebnis dieser großen international zusammengesetzten Zukunftskonferenz waren zwei Modelle.
Die eine Gruppe sagte, 2020 gilt: "School is out. Lerning online."
Sie wissen, die Schule als Angebot für alle in Deutschland ist etwa 200 Jahre alt. Davor haben die Menschen 1.800 Jahre anders gelernt als in der Schule. Daß Schulen geschaffen worden als eine besondere pädagogische Institution, ist nicht naturbedingt, sondern war ab einem bestimmten Zeitpunkt eine kulturelle Erfindung - also eine relativ junge kulturelle Erfindung. Und etwas, was aus einem bestimmten historischen Grund entstanden ist, das kann auch aus einem bestimmten historischen Grund - obwohl uns das wahrscheinlich, insbesondere als verbeamtete Lehrer, relativ schwer fällt, uns dies vorstellen zu können - wieder verschwinden.
Die Frage ist: Ist das einfach Spielerei ? Ich denke, die Fraktion, die die These "School is out. Lerning online." vertreten hat, hatte viele gute Gründe gehabt.
Wenn ich mit wenig Geld, an jedem Ort der Erde, mit einem kleinen Mausklick die Gesamtmenge dessen, was die Menschheit bisher an Wissen und Erkenntnis zusammengetragen hat, abrufen kann, ist dann noch eine Einrichtung sinnvoll, wo man sich streitet über‘s Zuspätkommem? Ist das nicht hoffnungslos antiquiert?
Ich könnte ohne dieses Gerät (PC) nicht mehr leben. Mein ganzes Leben steckt in dieser kleinen Maschine. Und viele Länder - von denen wir sagen, sie seien Dritte Welt - sind in diesem Bereich sehr viel weiterentwickelt, als unser hochentwickeltes Land. Sie kennen die Diskussion in der Gegenwart.
Ich bin nach meiner Amtszeit nach Indien gegangen, da gibt es in abgelegenen Dörfern Plätze, wo die Computer stehen, und die Kinder spielen eigenständig daran. - Das sind die Leute, die Gerhard Schröder mit den Greencards sucht - und die er (hier) nicht findet, denn Lernen wird plötzlich nicht mehr zu einem Vorgang der Belehrung von dafür professionell beschäftigten Personen, sondern in einem hohen Maße zu einem Prozeß des Selbst-Entdeckens heterogener Gruppen, die an einer Sache arbeiten, bis sie die Lösung gefunden haben - und nicht bis es klingelt.
Deswegen habt Ihr gute Chancen! Bei Euch klingelt‘s nicht!
So viel zu "School is out"! Dies ist nicht mehr die adäquate Form zu lernen, sondern das wird in einer sich stark verselbständigenden Art und Weise geschehen, zu allen denkbaren Tages- und Nachtzeiten, in freiwilliger ‚Zusammenrottung‘ von Menschen etc.
Es gab eine zweite Position, und die ist ziemlich das Gegenteil, aber auch nicht die Fortsetzung der jetzigen Schule, daran glaubt eigentlich sowieso niemand mehr: Die Zukunft der Schule als Lernklöster.
Und warum kamen die auf diesen Gedanken? Sie haben gesagt, wenn das so ist, daß jeder Mensch an jedem Ort die Gesamtheit des Wissens der Menschheit mit einem Mausklick abrufen kann, dann werden die Antworten auf die Fragen bedeutsam:
Worauf kommt es an? Was lohnt sich zu wissen? Was hilft meinem Leben? Nebensätze? Nebenflüsse? Partizipialkonstruktionen? Das, was nicht überlebensfähig macht?
Und da gibt es ein wichtiges Problem, nämlich: Sich davor zu schützen, daß wir nicht im Informationsmüll ‚ersaufen‘ - je mehr wir wissen, je mehr uns zur Verfügung steht, je mehr die Beschleunigung des Wissenszuwaches stattfindet, wo ohnehin keiner wissensmäßig hinterherkommt. – Nur, in der Schule tut man so, als sei man an der Spitze der Bewegung! Also: Worauf kommt es an? Auf Lernklöster, in denen die Notwendigkeit, sehr präzise, meditativ darüber nachzudenken, was sich zu wissen lohnt, was zu lernen lohnt, gesehen wird?
Was sind die wichtigen Fragen? Wie kann ich ihnen gerecht werden? - Das wird in den Mittelpunkt treten und nicht die Durcharbeitung von Lehrstoff!
Zwei sehr unterschiedliche, sehr gegensätzliche Meinungen! Aber ich habe ja auch gesagt, Macintosh hat einladen lassen und nicht irgendwelche antikapitalistischen Spinner oder zu alt gewordene Hippies. Und ich habe gesagt, es sind gegensätzliche Positionen, aber sie sind unterschwellig tief miteinander verbunden.
In einer expandierenden Wissensgesellschaft wird die Frage des Sich-Besinnens von herausragender Bedeutung. Und wenn ich mir viele Details der Realität des Chemnitzer Schulmodells anschaue, dann läßt es sich charakterisieren mit: Momente des Besinnens.
Nicht, weil irgendeine Mechanik alle 45 Minuten so ein Scheppern auslöst, bestimmt die Planung, sondern: Ich arbeite an einer Sache so lange, bis ich sie gelöst habe.
Epochen sind der Versuch aus den ‚Fetzen-Stunden‘ auszutreten, um an einer Sache kontinuierlich zu arbeiten.
Der normale Stundenplan von 59.900 Schulen sieht etwa so aus: Von 8.00 Uhr bis 9.00 Uhr beschäftigt man sich mit Nebensätzen, von 9.00 Uhr bis 10.00 Uhr mit Nebenflüssen, von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr soll man ein Verhältnis zum ‚lieben Gott‘ aufbauen, von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr soll man seine Gliedmaßen an eine ziemlich einfallslose Einrichtung wie eine Reckstange halten, und die Stunde von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr fällt aus wegen hohem Krankheitsstand im Kollegium. Das ist der normale Stundenplan in ca. 99 % der Schulen in der Bundesrepublik! Und die interpretiere ich als die organisierte Lern-Verstörung, aber nicht als eine hilfreiche Struktur, um sich zu besinnen auf wichtige Sachen, an denen man ausdauernd mit Leidenschaft arbeitet, wo man sich mit den Widerständen, die unvermeidbar sind, auseinandersetzen muß.
Die Schule als ein Ort in der Gesellschaft, wo die Vielfalt der Menschen in Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit zusammen ihr Leben entwickeln und gestalten
Wenn das nicht ganz unsinnige Gedanken sind, die sich Menschen machen, wie das mit dem Lernen weitergeht, dann ist natürlich die Rückfrage naheliegend, soll man sich jetzt so allmählich auf die näherliegende Pensionierung einstellen? - Das wäre es dann, das ist es dann gewesen!
Würde es an Schulen primär um die Frage gehen, wie der Einzelne am schnellsten bestimmte Wissenselemente lernt, dann sollte man sie schließen! - Dafür gibt es erfolgreichere Mittel! Für individuellen Lernzuwachs gibt es etwas Vernünftigeres, als 25 oder 30 in so einen vergrößerten ‚Kaninchenstall‘ zu sperren.
Und Lernklöster haben ja den Hauch des Seltenen, insofern bleibt eine Frage:
Was macht vielleicht dann dennoch die allgemeine öffentliche Schule so wichtig? Und weshalb ist sie vielleicht doch durch nichts anderes zu ersetzen?
Meine Antwort darauf lautet:
Es ist nicht die Frage des individuellen Wissenszuwachses! Und es kann nicht begründet werden mit der elitären Meditation der Lernklöster! Sondern: Eine Gesellschaft, die sich selbst Gehalt und Halt geben will, braucht einen Ort der gemeinsamen Begegnung!
Das Zusammenleben zu lehren, das ist die wichtigste Aufgabe von Schulen. - Und nur das rechtfertigt die allgemeine öffentliche Schule. Das Bildungswesen ist so teuer, auch wenn alle finden, es wird zu wenig dafür ausgegeben.
Die Schule als einen Ort in der Gesellschaft zu haben, wo die Vielfalt der Menschen in Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit zusammen ihr Leben entwickeln und gestalten, deswegen brauchen wir die gemeinsame Schule für alle und nicht Leute, die ans gymnasiale Chromosom glauben! - Das hat noch niemand gefunden.
Heterogenität der Besonderheiten jeder einzelnen Person und
des Lernens der Achtung vor einander und für einander und
der Förderung von jeden für jeden, weil jeder in irgendeiner Weise kompetent ist,
das ist die nach wie vor nicht (kleinzukriegende) entscheidende Grundlage eines demokratischen Gemeinwesens, wenn es sich nicht selbst auflösen will.
Dieses Modell wird aber nur eine Chance haben, ist meine Voraussage. - Und damit Sie sehen, daß das mit den "Schools change slower than Churches" nicht ganz falsch ist, das Folgende:
Als wir, die wir die Laborschule Bielefeld auf den Weg gebracht haben, 1970 gesagt haben, wir wollten in der 3. Klasse mit Schulbildung Englisch anfangen, gab es zwei Reaktionsweisen. Die einen: "Die sind verrückt". Und die anderen, die es am besten gar nicht wahrnehmen wollten - dann stört es sie nicht.
Vor 30 Jahren haben wir angefangen, dies zu denken – und, wie schön: In Nordrhein-Westphalen ist letztes Jahr gewählt worden, und da ist die Kultusministerin in den Wahlkampf gezogen und hat gesagt, ab dem Jahre 2003 (da ist sie nicht mehr Ministerin) soll in NRW in allen Grundschulen ab dem 3. Jahr Englisch beginnen - nach 30 Jahren.
Ich sehe auch nicht, daß der sächsische Staat eine besonders intensive Nutzung seiner herausragenden Reformschulen in Sachsen für das allgemeine Schulwesen praktiziert, des Chemnitzer Schulmodells und des Nachbarschaftsschule in Leipzig, daß er das ausschöpft. Bisher gucken auch sie großzügig weg. - Sie könnten ja irritiert werden...!
‚Kleine Flitzer‘ werden für Erkundungstouren gebraucht
Meine These ist:
Das Bildungswesen, das Schulwesen ist ein so großer behäbiger Tanker, der sich nur bei der Schnelligkeit gesellschaftlicher Veränderungen hinreichend mobil verhalten kann, wenn er gewissermaßen ‚kleine Flitzer‘ hat, schnelle und ungewöhnliche Schiffe, die schon mal Erkundungstouren machen in unsicheres Gelände.
Mehr Experimantalschulen notwendig. Und: Arbeiten an einer neuen Lernkultur
Und deswegen heißt meine Forderung, seit ich dem letzten Bundespräsidenten, Roman Herzog, geantwortet habe, es müßten eigentlich 10% - oder seien wir großzügig, sagen wir 1% - von den 60.000 allgemeinbildenden Schulen in der Weise besondere Experimentalschulen sein, wie Sie es hier sind und die Nachbarschaftsschule in Leipzig; bisher zu wenige für ein so bedeutungsvolles großes Land!
Gibt es ein Mittelding zwischen "School is out" und Lernklöstern ? Ja, ich denke, es gibt ein
Arbeiten an einer neuen Lernkultur.
L'école un peu différente à Chemnitz (une école à caractère expérimental, mais cependant une école publique):
L'école «Chemnitzer Schulmodell» (CSM) existe depuis l'année scolaire 1990/91. Nous travaillons comme école expérimentale de la 1ère à la 10 ère classe. La CSM est une école ouverte aux élèves de Chemnitz et des environs. Il y a actuellement à peu près 220 élèves dans notre école. Les conditions matérielles et financières en vigueur sont les mêmes que pour les autres écoles publiques.
Les cours commencent à 8 heures par une multitude d'activités comme des ateliers divers, la mise au point des projets, le travail libre et les cours spécialisés. L'enseignement est organisé en blocs de 90 minutes qui peuvent être interrompus selon les besoins des élèves. L'individualisation des apprentissages est au premier plan chez nous. Pendant la journée scolaire, tous les élèves peuvent utiliser tout le terrain de l'école pour des activités et des jeux qu'ils ont organisés de façon autonome.
Les élèves de l'école primaire apprennent à jouer de la flûte dans les cours de musique et ils sont une initiation à l'anglais où au français.
En 5e, 6e et 7e, la géographie, la physique et la biologie sont regroupées dans une matière spéciale appelée «Nature» qu'on enseigne pendant une journée par semaine.
En 8e, 9e et 10e, certaines matières (histoire, géographie, biologie, physique, chimie et astronomie) sont enseignées alternativement par modules intensifs pendant une ou deux semaines. Ceci ne concerne pas les mathématiques, l'allemand et les langues étrangères.
Dans les enseignements artistiques et sportifs, les élèves ne reçoivent pas de notes chiffrées. Les conseils de classe et, donc, les bulletins sont semestriels. Chaque professeur exprime sa évaluation du travail de l'élève sous forme d'une appréciation très détaillée et le professeur principal adresse une lettre personnelle à chaque élève. La notation chiffrée est introduite en 8e.
Pour familiariser les adolescents avec le monde du travail, il y a un stage de deux semaines en 8e et un stage de trois semaines en 9e.
À la fin de la 10e, l'école peut délivrer tous les diplômes du premier cycle.
Chaque classe a sa propre salle de classe. Les élèves gèrent sous leur propre responsabilité la cafeteria et la bibliothèque. Ce qui est très important pour les élèves plus jeunes, c'est la salle de bricolage où, à chaque fois que c'est possible, un pédagogue animateur s'occupe des enfants.
L'association des parents de l'école organise de multiples activités périscolaires dans les domaines sportifs, artistiques et culturels. Notre travail repose sur la coopération entre les parents et les professeurs basée sur la confiance. Tous les mois, il y a des soirées où les parents et les professeurs peuvent se rencontrer.
Tous les élèves et les professeurs prennent part à la fête hebdomadaire qui a lieu dans la salle de musique.