Buchtipp Mai - GEGEN DAS VERGESSEN

GEGEN DAS VERGESSEN

Heul doch nicht

Boie, Kirsten: Heul doch nicht, du lebst ja noch. (ab 14 J.)

978-3-7512-0163-6, Oetinger Verlag, 2022, 176 S., gebunden, Preis: 14.00 EUR

Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll erfahren, dass er Jude ist. Als Hermann ihm dennoch auf die Spur kommt, will er nichts mehr mit Jakob zu tun haben.

Schuld, Wahrheit, Angst und Wut sind die zentralen Themen dieses Buchs, dessen jugendliche Hauptfiguren durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden sind. Und für die es doch immer wieder Lichtblicke gibt.

Dunkelnacht

Boie, Kirsten: Dunkelnacht. (ab 15 J.)

978-3-7512-0053-0, Oetinger Verlag, 2021, 112 S., gebunden, Preis: 13.00 EUR

"Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist."

April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl.

Kirsten Boies literarisches Plädoyer für den Frieden. Ausgezeichnet mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2022 und gleich zweifach nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis (Kritiker- und Jugendjury).

Anna und der Schwalbenmann

Savit, Gavriel: Anna und der Schwalbenmann. (ab 14 J.)

Übersetzung: Zeitz-Ventura, Sophie.

978-3-570-31167-7, cbt Taschenbücher, 2018, 272 S. m. SW-Abb., kartoniert, Preis: 9.99 EUR

Krakau, 1939. Anna ist noch ein Kind, als die Deutschen ihren Vater mitnehmen, einen jüdischen Intellektuellen. Sie bleibt mutterseelenallein zurück, in einer Welt voller Feindseligkeit. Dann trifft Anna den Schwalbenmann, der geheimnisvoll ist, charismatisch und klug. Er kann faszinierend viele Sprachen sprechen, lockt mit Vogellauten eine Schwalbe für sie an - und er ist Annas einzige Hoffnung. Sie schließt sich ihm an, lernt von ihm, wie man sich verbirgt. Wie man dem Tod entkommt. Aber in einer Welt, die am Abgrund steht, kann alles gefährlich werden. Auch der Schwalbenmann.

Rezension: »"Anna und der Schwalbenmann" ist ein feines, ein zartes Buch, das viele weise Dinge sagt und mit Phantasie gegen das Grauen kämpft. Ein lesenswertes Kleinod.« Paper and Poetry

Das maedchen das ein stueck welt rettete

Cameron, Sharon: Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete. Nach einer wahren Geschichte. (ab 12 J.)

Übersetzung: Förs, Katharina; Schuhmacher, Naemi.

978-3-458-17880-4, Insel Verlag, 2020, 473 S., gebunden, Preis: 18.00 EUR

Polen, 1939: Die sechzehnjährige Stefania und Izio sind frisch verliebt und wollen heiraten. Doch dann beginnt der Zweite Weltkrieg. Izio und seine Familie müssen ins Ghetto der Stadt Przemysl ziehen, denn sie sind Juden. Stefania ist plötzlich ganz auf sich allein gestellt - und muss sich um ihre kleine Schwester Helena kümmern, denn auch ihre eigene Mutter wurde in ein Zwangsarbeiterlager deportiert. Gleichzeitig versucht sie, Izios Familie zu helfen, wo sie kann, indem sie Lebensmittel und Medikamente ins Ghetto schmuggelt - obwohl dies bei Todesstrafe verboten ist. Als Izio und seine Eltern ermordet werden, bricht für Stefania eine Welt zusammen. Doch seinem Bruder Max gelingt im letzten Moment die Flucht vor der Deportation in die Todeslager - zu Stefania, die nun eine Entscheidung treffen muss. Sie bietet Max und zwölf weiteren Juden Zuflucht auf ihrem Dachboden.

Einfühlsam erzählt dieser Roman die wahre Geschichte eines Mädchens, das dreizehn Menschen vor den Nazis versteckte und ihnen so das Leben rettete. Eindringlich schildert er das alltägliche Leben im Versteck und die ständige Angst, verraten und entdeckt zu werden, vor allem aber erzählt er von Menschlichkeit, Mut und Hoffnung.

Jugendbuch des Monats Januar 2021 – empfohlen von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Das maedchen im blauen mantel 0

Hesse, Monica: Das Mädchen im blauen Mantel. (ab 13 J.)

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019.

Übersetzung: Stoll, Cornelia.

978-3-570-16532-4, cbj, 2018, 379 S., gebunden, Preis: 16.00 EUR

978-3-570-31319-0, cbt Taschenbücher, 2019, 384 S., kartoniert, Preis: 10.00 EUR

Schuld und Verrat, Mut und Widerstand

Amsterdam ist von den Nazis besetzt. Hanneke verbringt ihre Tage damit, Schwarzmarktgüter zu beschaffen, ihre Abende damit, ihren besorgten Eltern genau das zu verheimlichen, und jede wache Minute damit, um ihren Freund zu trauern, der an der Front gefallen ist. Ihre illegalen Geschäfte betrachtet sie als kleinen Akt der Rebellion. Aber eines Tages erhält sie einen sehr ungewöhnlichen Auftrag. Eine ihrer Kundinnen bittet sie, ein Mädchen zu finden. Ein jüdisches Mädchen, das aus dem Geheimversteck in ihrem Haus verschwunden ist. Auf der Suche nach diesem Mädchen gerät Hanneke in ein Netz aus Lügen, Rätseln und Geheimnissen.

Rezension: »Wegen seiner literarischen Qualität kann Hesses Roman auch Jugendlichen empfohlen werden, die sich für historische Themen zunächst einmal nicht interessieren.« Eselsohr

Sie mussten nach links gehen

Hesse, Monica: Sie mussten nach links gehen. (ab 14 J.)

Übersetzung: Stoll, Cornelia.

978-3-570-16602-4, cbj, 2020, 448 S., gebunden, Preis: 18.00 EUR

Nach dem Krieg und vor dem Nichts: Ein jüdisches Mädchen sucht seinen Bruder

Frühjahr 1945: Das KZ Groß-Rosen ist befreit, und die Soldaten behaupten, der Krieg sei vorbei. Aber für die 18-jährige Zofia Lederman fühlt es sich nicht so an. Ihr ganzes Leben ist in Scherben zerfallen: Vor drei Jahren waren ihr Bruder Abek und sie die Einzigen aus ihrer Familie, die an der Rampe nach rechts geschickt wurden, weg von den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau. Alle anderen - ihre Eltern, ihre Großmutter, ihre Tante Maja - mussten nach links gehen. Das Einzige, was Zofia noch am Leben hält, ist die Suche nach ihrem Bruder. Aber wie soll sie ihn in dem Meer von Vermissten finden? Und was, wenn er nicht mehr lebt?

Hanas Koffer

Levine, Karen: Hanas Koffer. (ab 10 J.)

978-3-473-52308-5, Ravensburger Taschenbücher, 10. Aufl.. 2017, 153 S. m. SW-Fotos, kartoniert, Preis: 6.99 EUR

Ein Koffer mit der Aufschrift "Hanna Brady, Waisenkind" fasziniert die jüngsten Besucher des Holocaustmuseums in Tokio. Sie wollen mehr über Hana wissen. Also begibt sich die Museumsleiterin auf eine Reise in die Vergangenheit. Sie findet Fotos und Zeichnungen von Hana und begegnet schließlich Hanas Bruder. So erfahren die Kinder, wie Hana aussah, was sie gerne spielte, wer ihre Eltern waren - und wie ihr junges Leben ausgelöscht wurde. In der Erinnerung dieser Kinder - und der Leser - wird Hana lebendig bleiben.

"Ein sachliches, fast schon nüchternes Buch, das dem Leser in der Übersetzung von Mirjam Pressler dennoch kalte Schauer über den Rücken treibt." Märkische Allgemeine, 10/03

"Furchtbar und doch fruchtbar, schrecklich und tröstlich - ein Koffer als Zeitzeuge für Kinder und Erwachsene" Frankfurter Neue Presse, 12/03

"Eine sehr gelungene Annäherung an die komplexe Geschichte des Holocaust ..." Eselsohr 2/ 2004

Schuhhaus Pallas

Fried, Amelie: Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte. (ab 14 J.)

Unter Mitarbeit von Peter Probst.

978-3-423-62464-0, DTV, erweiterte Neuausg. 2010, 208 S.. m. Fotos u. Dokumenten, kartoniert, Preis: 7.95 EUR

Amelie Fried, Bestsellerautorin und Fernsehmoderatorin, hat durch einen Zufall ein Familiengeheimnis entdeckt: Während des Nationalsozialismus waren auch ihr Vater und Großvater, Eigentümer des Schuhhauses Pallas in Ulm, schlimmsten Repressalien ausgesetzt. Nahe Verwandte ihres Großvaters wurden im Konzentrationslager ermordet, er selbst überlebte durch einen unglaublichen Zufall. Erschüttert fragt sie sich, warum alle, die ihr und ihren Geschwistern etwas über diese Zeit hätten erzählen können, geschwiegen haben. In akribischer Detektivarbeit hat Amelie Fried die eigene Familiengeschichte recherchiert und aufgeschrieben - für ihre Kinder und für alle anderen, die sich mit dem Schweigen nicht abfinden wollen.

Sternkinder

Asscher-Pinkhof, Clara: Sternkinder. (ab 12 J.)

Mit e. Vorw. v. Ronald Leopold. Übersetzung: Pressler, Mirjam.

978-3-7915-0106-2, Dressler Verlag, 2018, 288 S., gebunden, Preis: 16.00 EUR

Zutiefst berührend: Kindersicht auf die Gräuel des Nationalsozialismus.

"Sternkinder", das waren die jüdischen Kinder, die unter den Nationalsozialisten den Davidstern tragen mussten. Wie ihre Eltern und Großeltern erfuhren sie die Schrecken der Konzentrationslager, und verstanden doch oft nicht, was mit ihnen geschah. Clara Asscher-Pinkhof, die selbst deportiert wurde und nur durch großes Glück überlebte, beschreibt die Verfolgung durch die Augen der Kinder und findet so besonders eindringliche Bilder.

Die Neuausgabe erschien zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht mit neuem Cover und einem Vorwort

von Ronald Leopold, dem Leiters des Anne-Frank-Hauses Amsterdam. Das früheste Dokument über das Schicksal jüdischer Kinder und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft ist ein erschütterndes Zeitzeugnis wie das »Tagebuch der Anne Frank«.

Waggon vierter klasse

Domes, Robert: Waggon vierter Klasse. Eine Spurensuche in der Nachkriegszeit. (ab 14 J.)

978-3-570-31352-7, cbt Taschenbücher, 2021, 352 S., kartoniert, 10.00 EUR

Ein Flüchtlingsmädchen im Deutschland der Nachkriegszeit kämpft gegen das Schweigen

Sommer 1948: Die 16-jährige Martha ist ein Flüchtlingsmädchen aus Ostpreußen. Dass ihre Familie nicht dazugehört, bekommt sie täglich zu spüren. Mit ihrem Vater und zwei Geschwistern ist sie in einem ausrangierten Bahnwaggon am Rand eines bayerischen Dorfes untergekommen. Um den Waggon ranken sich Gerüchte, vor allem um seinen früheren Bewohner Alois Roth. Der Mann ist in der Nazizeit spurlos verschwunden.

Als Martha davon erfährt, wird sie neugierig. Was war Alois Roth für ein Mensch? Warum lebte er in diesem einsamen Waggon? Sie beginnt nachzufragen. Aber im Ort möchte niemand darüber sprechen. Es gibt Dinge, die sollte man besser ruhen lassen, heißt es nur. Doch Martha lässt sich nicht beirren. Sie will herausfinden, was wirklich mit ihm passiert ist.

Der bewegende Roman von Robert Domes (»Nebel im August«) beruht auf wahren Begebenheiten und gründlicher Recherche. Sensibel erzählt er von Kriegstrauma und Verdrängen, von der Frage nach Schuld und der Suche nach der Wahrheit.

Weltgeschichte zeit der finsternis

Sandbrook, Dominic: Weltgeschichte(n) - Zeit der Finsternis: Der Zweite Weltkrieg. (ab 10 J.)

Übersetzung: Krüger, Knut.

978-3-570-17908-6, cbj, 2021, 368 S. m. s/w Illustrationen, gebunden, Preis: 14.00 EUR

Weltgeschichte hautnah: Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges global erzählt

In einer dunklen Vergangenheit voller Konflikt und Armut steigt der junge Adolf Hitler auf zum Herrscher des Dritten Reiches: der Beginn der blutigsten und dramatischsten Zeit der Weltgeschichte.

Die 10-jährige Niusia erlebt im Zweiten Weltkrieg die Invasion Polens mit, der dänische Student Vilhelm Lind hilft zahlreichen Juden bei der Flucht und Anne Frank träumt von einem Leben jenseits ihres Versteckes. In anderen Teilen der Erde kämpft Marinekoch Doris Miller in Pearl Harbor, der australische Soldat Owen Campbell befreit sich aus der Gefangenschaft im Dschungel und die japanische Schülerin Setsuko überlebt die Atombombe auf Hiroshima.

Historiker Dominic Sandbrook katapultiert die Leser mitten hinein in die historischen Ereignisse, Schauplätze und Einzelschicksale. Das Ergebnis: Ein einzigartiges Gesamtbild des Zweiten Weltkrieges in einer fundierten, mitreißenden und dramatischen Erzählung.

Hinweis: Sämtliche Bildrechte liegen bei den Verlagen.

.

+++++++++++++++++++++++

noch mehr Buchtipps und die PDF-Version im --> Archiv <--

Bestellung per Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Homepage des Buchdienstes