Buchtipp Oktober: BUCHMESSE-GASTLAND NORWEGEN

BUCHMESSE-GASTLAND NORWEGEN

Teil 1 – Mehr als nur Krimis

Trolle, Tiere, Taugenichtse. Theodor Kittelsens nordische Märchenwelt. (ab 6 J.)
Auswahl: Peter Chr. Asbjørnsen u. Jørgen Moe. Hrsg. v. Diethild Plattner.
Übersetzung: Bresemann, Friedrich; Quam, Nana.
978-3-8251-7632-7, Urachhaus, 2009, 208 S. mit ca. 50 Bildern und zahlreichen Vignetten v. Theodor Kittelsen, geb. in Halbleinen, 26.00 EUR
In Theodor Kittelsens Illustrationen wird all das lebendig, was norwegische Volksmärchen so besonders macht: der König als Großbauer, der Pfeife raucht und auch schon mal seine Hühner selbst füttert, der bedächtige Taugenichts Aschenper, der schließlich Prinzessin und halbes Königreich gewinnt, und natürlich die Trolle, plump und dumm, Personifikationen der rohen Naturgewalten. Das alles gewürzt mit nicht immer nur zartem Humor...
Die Märchensammlung von Asbjørnsen und Moe ist fast so bekannt wie Grimms Kinder- und Hausmärchen. Nicht so der Illustrator, der die Vorstellung von dieser Märchenwelt am meisten prägte: Theodor Kittelsen. In dieser Ausgabe soll er uns mit seinen Bildern wieder verzaubern, zum Lachen bringen - und mitunter einen Schauer über den Rücken jagen.
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Die schönsten norwegischen Märchen.
Herausgegeben von Hube, Hans-Jürgen.
978-3-458-36400-9, Insel Taschenbücher, 2019, 231 S., kart., Preis: 11.00 EUR
Es rauschen die dunklen Wälder des Nordlandes, es faucht der Wind über die Berge, es tobt das Meer an den zerfurchten Küsten und Fjorden, wo Trolle spuken, die den Menschen das Leben erschweren und ihnen allerlei Streiche spielen. Doch noch listiger sind die Trollweiber, und sie haben zahlreiche Helfer - Tiere, Vögel und Naturkräfte -, die nur ein richtiger Held wie der Aschenper bezwingen kann...
Die norwegischen Märchen nehmen die Leser mit auf abenteuerliche Segelfahrten und entführen sie in die wilde Natur der skandinavischen Halbinsel.
Angeregt durch die Brüder Grimm, begannen in Norwegen die beiden Freunde Peter Christen Asbjørnsen (1812-1885) und Jørgen Moe (1813-1882) die Märchen ihrer Heimat zu sammeln und aufzuzeichnen. Aus ihrer 1841 bis 1851 erschienenen Sammlung schöpft die vorliegende Ausgabe.
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Tronstad, Tyra T.: Vera und das Dorf der Wölfe. (ab 11 J.)
Übersetzung: Kollmann, Birgitt.
978-3-423-62626-2, dtv Taschenbücher, 2016, 272 S., kart., Preis: 8.95 EUR
Eigentlich war Vera gar nicht so begeistert, von der Stadt in das kleine Dörfchen Rønset hoch in den Norden Norwegens zu ziehen. Doch in Gustav findet sie schnell einen guten Freund, und noch aufregender sind die Wölfe, die nachts ums Dorf schleichen. Die Dorfbevölkerung fühlt sich bedroht. Eine Gruppe von Nachbarn will die Tiere sogar erschießen, aber von ihrem Vater weiß Vera, dass Wölfe für den Menschen keine Gefahr sind. Auf wundersame Weise versteht sie die Sprache dieser wilden Vierbeiner, sucht ihre Nähe und wahrt doch Distanz. So steht Veras Entschluss bald fest: Sie muss den Wölfen helfen! Gemeinsam mit Gustav macht sie sich nachts auf, die Tiere zu retten. Und gerät dabei ins Fadenkreuz der Wolfsgegner.
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Kaurin, Marianne: Beinahe Herbst. (ab 14 J.)
Übersetzung: Mißfeldt, Dagmar.
978-3-03880-031-6, Arctis Verlag, 2019, 224 S., geb., Preis: 16.00 EUR
Sonja wartet auf ihre jüngere Schwester Ilse. Sie hätte längst zu Hause sein sollen. In Oslo fällt der erste Schnee. Plötzlich klopft es an der Tür. Draußen stehen drei Polizisten. Es ist das Jahr 1942.
Der preisgekrönte Roman "Beinahe Herbst" handelt vom Schicksal der jüdischen Familie Stern im okkupierten Norwegen, von der Kraft der ersten großen Liebe, vom Hoffen und Verlieren, von kleinen Zufällen und großen Träumen.
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Lunde, Maja: Über die Grenze. (ab 9 J.)
Übersetzung: Subey-Cramer, Antje.
978-3-8251-5151-5, Urachhaus, 2019, 192 S. mit s/w-Ill. v. Regina Kehn, geb., Preis: 16.00 EUR
Norwegen unter deutscher Besatzung 1942. Zwei jüdische Kinder müssen über die Grenze nach Schweden, wo ihr Vater wartet. Doch die erwachsenen Helfer werden verhaftet, und zwei norwegische Kinder springen ein...
Gerda ist zehn und hat gerade "Die drei Musketiere" gelesen. Naiv, abenteuerlustig und ausgestattet mit einem hitzigen Temperament, beschließt sie, Sarah und Daniel auf ihrer Flucht zu helfen. Ihr ängstlicher Bruder Otto geht zögernd mit. Es wird für die vier Kinder ein Abenteuer auf Leben und Tod.
Maja Lunde stellt die vier Protagonisten lebendig und authentisch in ihrem Kindsein dar: in geschwisterlichem Streit, in Trotz, Leichtsinn, Spieltrieb und Abenteuerlust.
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Ekelund, Torbjørn: Mein Sohn und der Berg. Unser Abenteuer in Norwegens Natur.
Übersetzung: Brunstermann, Andreas.
978-3-89029-504-6, Malik, 2019, 160 S. mit zwanzig farb. Abb.,geb., Preis: 18.00 EUR
August ist sieben Jahre alt, als sein Vater Torbjørn Ekelund ihn erstmals auf eine große Tour in die Natur mitnimmt. Mit Rucksack und Zelt laufen sie durch magische Kiefernwälder und über felsige Pfade. Ihr Ziel: der Gipfel des Styggemann südwestlich von Oslo. Dabei folgen sie den Spuren eines kleinen Jungen, der 122 Jahre zuvor auf der Route verschwunden ist. Ekelund sucht nach einer Erklärung, was damals passiert sein könnte. Gleichzeitig beobachtet er mit Neugier und Faszination, wie spielerisch sein Sohn sich durch die
Landschaft bewegt und mit welcher Ausdauer er Herausforderungen meistert. Ein berührender Text über die Kompromisslosigkeit der Elemente, unsere Verbundenheit mit ihnen und die besondere Beziehung zwischen Vater und Sohn.
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Gaarder, Jostein: Ein treuer Freund. Roman.
Übersetzung: Haefs, Gabriele.
978-3-423-14664-7, dtv Taschenbücher, 2018, 272 S., kart., Preis: 10.90 EUR
Herrlich skurrile Liebesgeschichte des Bestsellerautors - originell, witzig, fantasievoll
"In allen Erwachsenen wohnt ein Kind." Jostein Gaarder
Jakop Jacobsen ist stets ein Einzelgänger gewesen, seit seiner Jugend in einem abgelegenen Tal in Norwegen. Sein bester Freund Pelle ist eine Handpuppe, mit der er lange Gespräche führt und die deutlich schlagfertiger ist als er selbst. Und er hat ein merkwürdiges Hobby: Jakop geht gern auf fremde Beerdigungen. Er gibt sich dort als Freund des Toten aus, bei den Familien der Toten fühlt er sich wohl. Dumm nur, wenn jemand sein falsches Spiel durchschaut... So wie Agnes. Jakop verliebt sich in sie und hofft, dass sie ihn trotz seiner Eigenart und des vorlauten Pelle erhört. "Ein treuer Freund" ist ein philosophischer Schelmenroman, eine herrlich schräge Liebesgeschichte und eines von Jostein Gaarders schönsten Büchern.
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Thyvold, Hans-Olav: Brave Hunde kommen nicht zum Südpol. Roman.
Übersetzung: Brunstermann, Andreas.
978-3-426-28216-8, Droemer/Knaur, 2019, 320 S. m. 6 SW-Fotos, Klappenbroschur, Preis: 14.99 EUR
"Brave Hunde kommen nicht zum Südpol" von Hans-Olav Thyvold ist ein Roman über die wunderbarste Freundschaft der Welt und zugleich eine bewegende Familien-Geschichte aus Norwegen. Anrührend und mit unverstelltem Hunde-Blick auf die kleinen und großen Merkwürdigkeiten des menschlichen Lebens wird sie uns vom Cockerspaniel Tassen selbst erzählt.
Als junger Hund hat Tassen es nicht leicht, entspricht er doch nicht den Zuchtvorgaben. Schließlich wird er vom Ehepaar Thorkildsen gekauft, für den halben Preis und in bar. Von seinen neuen Menschen lernt Tassen schnell, dass es nichts Wunderbareres gibt auf der Welt als die Freundschaft zwischen Mensch und Hund. Doch es gibt auch einiges, das der einfühlsame Cockerspaniel Herrchen und Frauchen beibringen kann. Als Herr Thorkildsen, den der Hund liebevoll "der Major" genannt hat, stirbt, macht Tassen sich zunehmend Sorgen um sein Frauchen. Frau Thorkildsen scheint sich einsam zu fühlen, sie trinkt zu viel und geht kaum noch aus dem Haus. Doch Tassen wäre nicht Tassen, wenn er nicht wüsste, was nun zu tun ist...
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Ambjørnsen, Ingvar: Echo eines Freundes. Ein Elling-Roman.
Übersetzung: Haefs, Gabriele.
978-3-96054-183-7, Edition Nautilus, 2019, 320 S., geb., Preis: 24.00 EUR
Ingvar Ambjørnsens größter Held ist zurück: Elling. Er ist älter geworden, inzwischen 58, und macht sich auf den Weg nach Oslo, wo er bei einer Witwe namens Annelore Frimann-Clausen eine Einliegerwohnung bezieht. Bisher war er in einer betreuten Wohnsituation, nun aber darf er sein Glück allein versuchen, und er ist fest entschlossen, es zu schaffen. Elling lebt sich in der neuen Umgebung ein, und er wäre ja nicht Elling, wenn er sich nicht dauernd in irgendwelche Phantasien hineinsteigerte. Sind die Kassiererinnen im Spar um die Ecke nicht heimlich an ihm interessiert? Was verschweigt ihm seine Vermieterin, und warum antwortet ihre Tochter nicht auf seine herzliche Facebook-Nachricht? Denn auf Facebook, da ist Elling jetzt auch. Allerdings unter anderem Namen...
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Christensen, Lars Saabye: Die Spuren der Stadt. Roman.
Übersetzung: Hildebrandt, Christel.
978-3-442-75810-4, btb, 2019, 480 S., geb., Preis: 24.00 EUR
Was hören wir, wenn wir der Stadt lauschen? Welche Spuren hinterlässt sie in uns? Wer ist am anderen Ende, wenn wir telefonieren? Kennen wir die, die an der Straßenecke stehen, verzaubert von den Lichtern und Geräuschen der Stadt?
Lars Saabye Christensens Roman spielt im Oslo der Nachkriegszeit - er erzählt darin auf berührende, süchtig machende Weise von den Sehnsüchten und Nöten seiner Bewohner, deren Schicksal unauslöschlich mit der Stadt und den Straßen, in denen sie leben, verwoben ist.
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Fosnes Hansen, Erik: Ein Hummerleben. Roman.
Übersetzung: Schmidt-Henkel, Hinrich.
978-3-462-05007-3, Kiepenheuer & Witsch, 2019, 384 S., geb., Preis: 24.00 EUR
Über den Niedergang eines einstmals mondänen Hotels in den norwegischen Bergen.
Ein Roman über den 13-jährigen Sedd, der in einem norwegischen Berghotel bei seinen Großeltern aufwächst. Eine Geschichte über Lügen und Geheimnisse, falsche Erwartungen und großelterliche Liebe.
Ein Hotel hoch oben im norwegischen Fjell in den 1980er-Jahren. Sedd wächst bei seinen Großeltern auf. Über seinen Vater weiß er nicht viel, die Mutter ist verschollen. Liebevoll, aber bestimmt wird er von den Großeltern - der Großvater ist nebenbei Tierpräparator, die Großmutter stammt aus Wien - auf seine Rolle als künftiger Hotelerbe vorbereitet. Er hilft als Laufbursche, Küchenjunge und Tourenbetreuer aus und verinnerlicht den Leitsatz "Jeder einzelne Gast zählt" bereits im zarten Kindesalter. Zufluchtsort ist für ihn die Großküche des Hotels, in der der ehemalige Seefahrer Jim schaltet und waltet und für Sedd Vater, Mutter und Freund zugleich ist, wenn die Großeltern keine Zeit für ihn haben. Doch spätestens, als der Bankdirektor Berg bei einem Essen stirbt, zeigen sich erste Risse in der vermeintlichen Idylle.
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Loe, Erlend: Jens. Ein Mann will nach unten. Roman.
Übersetzung: Schmidt-Henkel, Hinrich.
978-3-462-04499-7, KiWi Taschenbücher, 2013, 192 S. m. SW-Abb. u. SW-Fotos, kart., Preis: 8.99 EUR
Stellen Sie sich vor, Angela Merkel zieht bei Ihnen ein!
Fvonk staunt nicht schlecht. Seine Einliegerwohnung in einer besseren Gegend Oslos wurde vom norwegischen Staat zwangsgemietet, und sein neuer Untermieter, der eines Abends um eine Tasse Tee bittet, ist kein Geringerer als Ministerpräsident Jens Stoltenberg. Der hat nämlich keine Lust mehr zu regieren. Burnout. Kein Wunder, schließlich hat er einen anstrengenden Job, und die jüngsten Ereignisse haben ihre Spuren hinterlassen. Fvonk und Jens freunden sich an und tun Dinge, die alle Norweger tun: Butterfahrten nach Schweden, Wanderungen durch die Landschaft und Skilanglauf. Als Jens merkt, wie schön das Leben sein kann, vor allem, wenn man einen Freund wie Fvonk hat, will er nicht zurück auf die Regierungsbank. Anfangs hat sein Stab ja Verständnis für ihn, schließlich brauchen wir alle mal eine Pause, aber jetzt reicht's. Jens muss zurück...Ein Buch, so überraschend wie eine Männerfreundschaft!
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Mytting, Lars: Die Tankstelle am Ende des Dorfs . Roman.
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob.
978-3-458-36460-3, Insel Taschenbücher, 2019, 300 S., kart., Preis: 12.00 EUR
In Erik Fyksens Tankstelle gibt es kein Bistro und auch keine gigantische Waschanlage wie bei der Konkurrenz und das Sechziger-Jahre-Design, in dem Eriks Freundin die Tankstelle stilecht renoviert hat, bevor sie ihn verließ, ist auch nicht jedermanns Sache. Dafür weiß Erik alles über Autos, die er mit Hingabe repariert, und kann noch für das ungewöhnlichste Modell Ersatzteile besorgen, und sei es beim örtlichen Schrottplatzbesitzer. Für Tüftler und Bastler ist der Ort zur "Tankstelle des Glücks" geworden, in dem nicht nur der fahrbare Untersatz auf Touren gebracht wird, sondern gleich das ganze Leben verhandelt wird. Nur schade, dass die Landstraße begradigt werden soll und dann nicht mehr an der Tankstelle vorbeiführen wird. Erik muss eine Entscheidung treffen.
Ein Männerverstehbuch, das in Norwegen zum Kultroman wurde.
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Henriksen, Levi: Wer die Goldkehlchen stört. Roman.
Übersetzung: Haefs, Gabriele.
978-3-442-71680-7, btb, 2018, 352 S., kart., Preis: 10.00 EUR
Jim hat keinen Bock - keinen Bock auf Oslo, keinen Bock auf die furchtbare Musik, die er in den letzten Jahren als Tontechniker produziert hat. Er muss raus und strandet in seinem Heimatdorf, mitten im Nirgendwo in den endlosen Wäldern Norwegens. Auf einer Taufe hört er einen dreistimmigen Gesang - und ist wie verzaubert. Es sind drei Geschwister im Alter von 79 plus. Jim verspricht sich Großes von der Rentnertruppe. Schließlich sind seit dem Erfolg des Buena Vista Social Clubs alte Musiker in. Seine Versuche, Kontakt zu den Sängern aufzunehmen, scheitern allerdings kläglich. Da muss Jim einige Tricks anwenden, um das Vertrauen der verschrobenen Senioren zu gewinnen...
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Pihl, Roger: Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte. Roman.
Übersetzung: Stilzebach, Daniela.
978-3-7341-0698-9, Blanvalet Taschenbuch, 2019, 416 S., kart., Preis: 9.99 EUR
Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, das Schicksal und eine geheimnisvolle Torte.
Valdemar liegt nach einem Fahrradunfall im Krankenhaus - und liebt es! Er hat fürsorgliche Menschen um sich, ständig gibt es etwas Leckeres zu essen, und er muss sich um rein gar nichts kümmern. Wenn er doch für immer bleiben könnte... Moment mal - das kann er ja! Valdemar fällt absichtlich auf seine frisch operierte Schulter, schmeißt die falschen Tabletten ein und verirrt sich versehentlich auf dem Weg zur nächsten OP. Als er auf seinen Streifzügen durch das Krankenhaus entdeckt, dass der Hausmeister ein Geheimnis hütet, ist sein kriminalistischer Spürsinn geweckt und er selbst auf dem Weg ins Krankenhaus-Paradies...
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Evjemo, Eivind Hofstad: Vater, Mutter, Kim. Roman.
Übersetzung: Kübler, Karl Clemens; Sondermann, Clara.
978-3-903081-37-6, Luftschacht, 2019, 256 S., geb., Preis: 24.00 EUR
Sella beobachtet die Ankunft der Nachbarsfamilie. Sie lebt mit Arild in einem kleinen Haus, die Nachmittagssonne streift nochmal kurz den Garten, dann liegt er im Schatten. Arild bereitet den Griller vor, das Auto der Nachbarn fährt langsam vorbei, man sieht die Eltern, die beiden Brüder. Sie haben sie heimgeholt, denkt Sella, aber ein Platz im Auto ist leer. Ob sie etwas für die Familie backen sollte? Um sie willkommen zu heißen, um Anteilnahme auszudrücken? Später wird sie die frischen Waffeln in Alufolie wickeln und in den Brotkasten legen. Die kleinen Hagelkörner rasseln wie Glassplitter im Regenrohr. Es ist der 29. Juli 2011. Die Leute von der Insel sind endlich wieder zuhause.
Es ist ein stiller, fast ereignisloser Roman, den Eivind Hofstad Evjemo neben jenes Ereignis stellt, das sich brutal und tief in das kollektive Gedächtnis Norwegens geschlagen hat: die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya. Mit nüchterner Behutsamkeit nähert er sich Sella und Arild an, sucht im Wirrwarr der alltäglichen Dinge und der allgemeinen Trauer nach ihrer ganz privaten, die unter der Anteilnahme wieder aufbricht. Ein berührender, genauer Text über Verlust und Trauer und die hartnäckige Einsamkeit, die zwischen den gewohnten Dingen haust.
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Seierstad, Åsne: Einer von uns. Die Geschichte eines Massenmörders.
Ausgezeichnet mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2018.
Übersetzung: Zuber, Frank; Pröfrock, Nora.
978-3-0369-5740-1, Kein & Aber, 5. Aufl. 2016, 544 S., geb., Preis: 26.00 EUR
Der Mensch hinter einer unfassbaren Tat.
Wie konnte sich Anders Breivik, der im wohlhabenden Westen aufwuchs, zu einem perfiden Terroristen entwickeln? Åsne Seierstads ausgezeichnetes Buch ist gleichzeitig psychologische Studie und literarisches True Crime, gleichzeitig Würdigung der Opfer und eine messerscharfe Analyse einer Tat, die sich jederzeit und überall wiederholen könnte.
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